#KeinerBleibtAllein – Vereinsgründung

Wie schon ein paar Mal über Twitter und Facebook bereits angekündigt, wurde jetzt am 11.03.2018 der Verein „Keinerbleibtallein“ gegründet. Und wo kann man schöner gründen, als in einer der ältesten Städte Deutschlands, dem wunderschönen Worms? Dieser Ort kann zu diesem Zeitpunkt gar nicht passender sein, denn auch hier verweist man auf die gemeinsame Stärke der Gesellschaft mit dem Motto des kommenden Rheinland-Pfalz-Tages „300.000 und DU„. Auch wenn es bei dem vom 1. Juni – 3. Juni stattfindenden Landesfestes um die Organisation und das gemeinsame stemmen der Präsentation der Domstadt Worms geht, so sehe ich doch gewisse Parallelen dazu, was in der Rockkneipe BB on the Rockzz an diesem Sonntag geschehen ist.

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n+7 und DU

#KeinerBleibtAllein will und muss möglichst viele Menschen erreichen um zu funktionieren. Von daher kann man von „Ein paar Millionen und DU“ reden, denn immerhin möchten wir sehr viele Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktivieren und motivieren bei dem Projekt teilzunehmen und wir sind sehr zuversichtlich, dass dies der Fall sein wird um Menschen in Ihrer ungewollten Isolation zu helfen und sie individuell zu unterstützen und Gesellschaft anbieten zu können. Damit das alles klappt, müssen natürlich auch sehr viele Menschen von dem Projekt wissen. Noch wichtiger ist dazu allerdings ein grundlegendes Fundament. Die Basis sozusagen. Diese wurde mit der Gründung des Vereins Keinerbleibtallein (e.V.) geschaffen. Den eingetragenen Verein haben wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, dies liegt allerdings auch daran, dass verschiedene Behörden involviert sind und die Gemeinnützigkeit eben erst noch bescheinigt und notariell festgestellt werden muss.

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Bei der Gründung wurde viel über die einzelnen Aspekte des eingereichten Satzungsentwurfs geredet und kleine Anpassungen daran vorgenommen – Foto: IE10_photography

Warum haben wir einen Verein gegründet? Eigentlich lässt sich doch alles übers Internet abhandeln, oder?
Nicht ganz. Klar ist die Vorstellung eine wunderbare, einfach irgendwelche Webservices und Apps hinzustellen und die Leute sich quasi selbst zu überlassen. Allerdings möchten wir kein Tinder für Gesellschaft werden. Darum ist es wichtig organisatorisch, professionell und auch finanziell gut aufgestellt zu sein. Die entsprechende Infrastruktur muss gewartet, gestellt und abgesichert sein, dementsprechend kommen noch zusätzliche Aufwände hinzu, wie bspw. den stetigen Ausbau des Partnernetzwerkes oder der Filialisierung in Form des Social Franchisings. All dies sind Aspekte die nur mit einem ordentlichen offiziellen Regelwerk dargestellt und umgesetzt werden können.

Kann ich bei dem Verein mitmachen?
Ja. Jede helfende Hand für die Vereinsarbeit kann nützlich sein. Allerdings loten wir momentan noch aus, wie viele helfende Hände gebraucht werden. Von daher hilft vor allen Dingen für den Start für Wartung und Betrieb des Projektes eine Fördermitgliedschaft, welche wir ab dem 5 Mai 2018 mit dem Projektstart zur Verfügung stellen werden. Die Fördermitgliedschaft wird 10 € pro Monat betragen, durch die Eintragung ins Vereinsregister sind wir dann auch in der Lage, Dir eine Spendenbescheinigung für deine Steuererklärung auszustellen. Über den Daumen gepeilt, hast Du das Geld also wieder drin und hast uns sogar mit unterstützen können.
Momentan sind weitere Mitgliedschaften allerdings noch nicht möglich, weil die grundlegenden Strukturen erst einmal festgelegt werden müssen und sehr viele administrative Aufgaben vorbereitend noch vor uns liegen. Es gilt auch hier die entsprechende Infrastruktur und Organisation zu schaffen und zusätzlich die Auflagen der neuen EU-Datenschutzverordnung gleich abzudecken. Wir bieten ab Mitte April aber an, sich in eine Art Warteliste für die Mitgliedschaft einzutragen. Nähere Informationen dazu folgen in den nächsten Wochen über die Accounts auf Twitter @IstNichtAllein und Facebook #KeinerBleibtAllein.

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Die Gründungsmitglieder (von rechts nach links): Jonas Reyl, Ralf D., Nicole Brinkmann, Michael W., Christian Fein (Vorstand). Nicht im Bild: Yvonne F., Christian D. – Foto: IE10_photography

Und was kommt als nächstes?
Als nächstes werden wir die Webpräsenz des Projektes vorbereiten und viele Arbeiten im Hintergrund für Euch anstellen, damit Ihr mit uns gemeinsam gegen das noch recht neue Thema gesellschaftlicher Einsamkeit in der digitalen Welt ankämpfen könnt. Zusätzlich bereiten wir gerade die Session für den Digitalkongress re:publica 2018 vor, auf welche wir das Projekt vorstellen werden. Mit Euch möchten wir ungewollt Einsame in Gesellschaft vermitteln. Und wir schaffen das.

Danke
Vielen Dank an dieser Stelle schon einmal allen die uns bisher auf dem Weg begleitet haben und begleiten werden, auch den neuen Mitstreitern die mit mir jetzt den Verein gegründet haben, aber auch allen anderen Partnern, Vereinen, Privatpersonen welche mit Rat und Tat bisher beiseite standen. Vor dem Hintergrund der Vereinsgründung vor allen Dingen auch Bine und Björn aus dem BB on the Rockzz welche uns Ihre Räumlichkeiten für die Vereinstreffen zur Verfügung stellen und Agie von IE10_photography welche das Treffen fotografisch begleitet hatte.

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#KeinerBleibtAllein – Um was geht´s?

Kurz gefasst: Gesellschaftlich etwas gegen ungewollte Einsamkeit und Alleinsein zu machen. Die dazu notwendige öffentliche Diskussion wird und wurde ja bereits angestoßen. Allerdings findet gerade gar keine Problemlösung statt, sondern von vielen Seiten auch sehr viel Populismus ohne Lösungsansätze. Medial gibt es bei der Einsamkeit gerade lediglich zwei Gesichter: Altsein oder Single sein. Das Thema ist aber weitaus komplexer, als man vielleicht denkt.

Wer ist von Einsamkeit betroffen?
Praktisch jeder. Irgendwann mal in seinem Leben. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Einsamkeit als belastend empfindet. Es gibt ja auch jene die Einsamkeit für sich suchen. Aber bei dem Projekt #KeinerBleibtAllein geht es eben um jene für die Einsamkeit belastend ist. Aus meiner Sicht gibt es von daher viele verschiedene Gruppen der Betroffenen, welche sich letztlich aber auch überschneiden können.

  • Gesundheitliche/-Alterseinsamkeit: Die wohl bekannteste von allen. Mit dem Alter und / oder dem Verlust der Gesundheit verschwindet auch das soziale Umfeld. Sozialisation ist oftmals auch krankheits- und altersbedingt nur erschwert oder gar nicht möglich. Die neuen Medien sind im Umgang oft zu komplex um eine Option darzustellen.
  • Alleinerziehenden Einsamkeit: Durch den Nachwuchs hat man natürlich schon eine gewisse Nähe, aber der ursprüngliche Freundeskreis, kulturelle Veranstaltungen sind oft unmöglich zu besuchen. Die Wiedereingliederung in das Berufsleben wird zwar durch staatliche Mittel (Bspw. Kitaförderung) in Aussicht gestellt, ist aber oftmals auch schwer umzusetzen.
  • Trennungseinsamkeit: Durch die Trennung bricht oft auch der Freundeskreis weg oder sogar der komplette ursprüngliche Wohnort. Insbesondere bei langjährigen Beziehungen.
  • Arbeitseinsamkeit: Diese unterteilt sich interessanterweise in zwei verschiedene Untergruppen. Jene die wegen der Berufes umziehen müssen und mit einer komplett neuen Umgebung konfrontiert sind und jene die wegen des Berufes viel Reisen und von daher nicht in der Lage sind sich langfristige Freundeskreise oder gar Beziehungen aufzubauen.
  • Digitale Einsamkeit: Dies ist die neueste aber auch in der Tragweite noch unbekannteste Form der Einsamkeit. Der kompetitive Charakter des Internets und insbesondere der sozialen Medien lässt keine Verlierer zu. Also Verlierer im Sinne von dem vorweisen wunderlicher, toller, interessanter, cooler Dinge. Das ausgestalten und das ständige abgleichen mit den anderen Profilen aus den sozialen Netzwerken kann letztlich zu Depressionen führen, weil ja immer irgendeiner irgendwas besser macht. Konsequenz: Man igelt sich ein. Isoliert sich, weil man dem ständigen Wettbewerb nicht mehr standhält.
  • Psychische Einsamkeit: Auch hier gibt es meiner Meinung nach verschiedene Facetten, jene mit psychischen Erkrankungen, welche Schwierigkeiten im Umgang mit einem sozialen Umfeld als solches haben, und jene mit einem hohen Intellekt, welche sich quasi selbst im Wege stehen wenn es darum geht, sich mit salopp gesagt „dümmeren“ Menschen auseinanderzusetzen.
  • Kommerzielle Einsamkeit: Hierbei geht es um Zeitschriften, Werbung, Fernsehsendungen, Artikel in denen letztlich beschrieben wird, man muss ein soziales Umfeld haben um „dazu zugehören“. Dieser künstliche Druck führt als Nebeneffekt auch dazu, Einsamkeit als belastend zu empfinden.

Wie wird Einsamkeit in der Öffentlichkeit gerade angesprochen? Was wird gerade dagegen getan?
Ich habe mich vor ein paar Tagen (auch durch die Recherche für das Projekt) mal darüber informiert, was in Deutschland denn alles geboten wird um dem Thema entgegenzutreten. Das Ergebnis war recht ernüchternd:

Es gibt letztlich positiv gerundet 3-4 Vereine und Organisationen in Deutschland welche sich mit dem Thema Einsamkeit befassen, dabei geht es allerdings in den meisten Fällen um Alterseinsamkeit. Alle anderen Vereine und Selbsthilfegruppen ähnlicher Themen, befassen sich mit Suizidprävention, Depression, Achtsamkeit und Selfcaring. Das bedeutet die Einsamkeit hat momentan keine Lobby in Deutschland. Keine offizielle Vertretung, keinen Verband der helfen kann, wenn man als Mensch sagt: „Ich bin einsam, daran möchte ich jetzt etwas ändern, aber ich brauche dazu Hilfe.“ Wenn man genau eine solche oder ähnliche Aussage in der Öffentlichkeit trifft, wird man verstehen warum die Einsamkeit hierzulande wie der Tod behandelt wird: Es wird verschwiegen, ignoriert, ausgeblendet.
Auch statistisch grassieren die psychischen Erkrankungen von Jahr zu Jahr. D.h. momentan wird nur dann etwas getan, wenn es als solches zu spät ist. Es findet also gerade eine gewisse „Notflickerei“ statt, weil zum einen zu viele Betreuungsplätze fehlen und zum anderen, weil man schlicht nicht weiß wie man mit der Situation umgehen soll. Der Preis von Komfort und Individualität, durch die Errungenschaften des Internets und allen anderen technischen Entwicklungen der letzten 50 Jahre, ist die gesellschaftliche Einsamkeit die wir jetzt gerade erleben. Und wir können damit noch nicht umgehen, weil es historisch auch keine ähnliche Situation gab.
Menschen hatten zuvor immer irgendwas zu tun, und wenn sie nichts zu tun hatten, dann gab es (zumindest westlich europäisch geprägt) die Kirche. Auf eine gewisse Art und Weise gab es also eine Art Rundumsozialisationsprogramm. Das haben wir jetzt nicht mehr. Wir haben Überinformation und Individualismus. Beides Themen, mit denen der Mensch zuvor noch nicht umgehen musste. Die Aufgabe die uns jetzt also bevorsteht, ist historisch also eine vollkommen neue: Die Einsamkeit zu bezwingen und dennoch gesellschaftlich fortschrittlich bleiben zu können.

Was hat das mit dem Alleinsein zu tun?
Ich habe bis jetzt absichtlich nur von Einsamkeit gesprochen, weil allein sein, wieder etwas völlig anderes darstellt. Insbesondere durch die noch recht „neuen“ Kommunikationsgeräte wie Smartphones, Computer oder Spielekonsolen. Jeder kennt dieses gewisse „Wir-Gefühl“, dass auftreten kann, wenn man bspw. eine kulturelle Veranstaltung wie ein Konzert oder ein Fest besucht. Auch hierbei kann man in mitten von Menschenmassen einsam sein und trotzdem nicht alleine sein. Das nicht alleine sein, kann jedoch durch die Mitmenschen ausgeglichen werden. Wenn man eben dazu bereit wäre mit den anderen Menschen dort zu reden. Allerdings ist Sozialisation auf diese Art und Weise nicht etwas für jeden. Und das ist auch vollkommen natürlich. Wozu sollte man sich auch mit Fremden unterhalten? Dazu benötigt es einen Kontext. Und ohne Kontext, gibt es auch keine Unterhaltung.

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Einsamkeit und Alleinsein

Das Gegenbeispiel: Man kann alleine sein, aber nicht einsam. Wenn man bspw. alleine zuhause sitzt und in einem beliebigen Social Network gerade ein gutes geselliges Gespräch führt, ist man zwar nicht einsam, aber dennoch alleine.
Die Relation zwischen der Einsamkeit und dem Alleinsein ist also etwas paradox, aber gehört dennoch zueinander.

Was kann das Projekt gegen das Alleinsein und gegen ungewollte Einsamkeit tun?
Mit #KeinerBleibtAllein haben wir uns vermutlich ein Mammutprojekt vorgenommen. Wir möchten einen Großteil der Facetten der Einsamkeit durch das vermitteln von Gesellschaft oder Hilfe in bestimmten Lebenssituationen effektiv und auch nachhaltig bekämpfen. Dazu ist es notwendig viele Partnerschaften für das Projekt mit Vereinen, Organisationen und Unterstützern aufzubauen, aber auch die Bereitschaft zu reaktivieren, wieder mehr aufeinander zuzugehen. Wir glauben, wir schaffen das mit dem unkonventionellen Ansatz erstmal jemanden „Beliebigen“ dem Gesellschaftssuchenden zuzuweisen. Dadurch kommen dann Gespräche zustande, die vorher vielleicht auch nie möglich gewesen wären. Wir helfen also zu sozialisieren, in dem wir uns im Vorfeld von der Vorstellung verabschieden ein Partnerbörsen ähnliches Ambiente aufzubauen, in welchem auf Basis vorgefertigter Selektionen der Traumpartner gesucht wird. Wir stellen einfach einander vor. Und wenn es passt, dann passt es und wenn es nicht passt, dann findet sich jemand anderes.

Aber wenn die Politik jetzt etwas dagegen tun will, warum macht Ihr dann noch weiter?
Vom Einsamkeitsministerium in Großbritannien wurde jetzt ja schon viel geredet. Allerdings sind wir der Meinung, dass ein Ministerium bis auf die finanzielle Hilfe und eine mögliche Koordination von Verbänden nur recht wenig ausrichten kann. Zusätzlich geht es hierbei auch um einen zutiefst zwischenmenschlichen intimen Aspekt. Von daher wird es höchstens möglich sein, die einzelnen Interessengruppen gegen Einsamkeit zu steuern und eventuell Anreize zur gemeinsamen Betreuung von bspw. Menschen in Seniorenheimen zu schaffen.

Wie kannst Du helfen?
Helfe uns einfach bekannter und größer zu werden. Like unsere Facebookseite oder folge unserem Twitteraccount. Es geht hier alles in allem um ein ca. 100 Millionen Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die dieses Thema erreichen sollte, denn jeder vierte Erwachsene hatte schon einmal eine psychische Belastung oder gar Erkrankung erlebt. Wenn wir also gerade Mal 1 Prozent der Menschen durch Euch erreichen, ist das etwas wunderbares, weil dieses Projekt ohne entsprechende Bekanntheit nicht funktionieren wird. Das Projekt ist und wird auch weiterhin gemeinnützig betrieben werden. Es ist uns ein persönlicher Wunsch die Gesellschaft vor einer digitalen Vereinsamung zu bewahren. Darum werden wir auch weitermachen. Damit niemand ausgeschlossen wird und keiner alleine bleibt.

#KeinerBleibtAllein und Facebook

Was hat es mit #KeinerBleibtAllein hier auf Facebook auf sich? Warum soll ich diese Seite liken? Und vor allen Dingen: Was hat ein Hashtag mit Facebook zu tun, wenn er doch nur von Twitter sein kann? Wie immer, beantworte ich diese Fragen der Reihe nach.

Was machen wir?
Unter #KeinerBleibtAllein und der Facebookseite, möchten wir zukünftig ungewollt einsame Menschen in Gesellschaft vermitteln und sie in Situationen unterstützen die für sie neu sind bspw. der Umzug in eine neue Stadt und keine Kontakte die beim Möbel packen helfen können. Oder ein Nachmittag im Park, oder das gemeinsame Treffen anderer Menschen die auch einsam sind, oder das gemeinsame besuchen einer Veranstaltung, oder einfach nur jemand zum miteinander schreiben gebraucht wird. Alles das, bei dem man sich alleine nur selbst im Wege stehen würde. Wir möchten mit dem Projekt also einsame Menschen in Ihrem Vorhaben unterstützen, wieder unter Gesellschaft zu kommen.
Damit wir möglichst viele Leute erreichen die von dem Angebot erfahren sollten, sind wir auf Eure Hilfe angewiesen. Denn viel Reichweite, bedeutet auch wir erreichen viele Leute die Gesellschaft anbieten können und wir erreichen genauso viele die Gesellschaft suchen. Helft uns gemeinsam soziale Netzwerke wieder sozial zu machen. Damit wir als Gemeinschaft, als Community, auch wieder näher zusammen rücken können.

Die Facebookseite #KeinerBleibtAllein

Die Facebookseite #KeinerBleibtAllein – Dein Like für mehr gemeinsame Gesellschaft

Und was hat es jetzt mit dem Hashtag und Twitter auf sich?
Jetzt kommt ein bisschen Historie, wenn Dich das nicht so interessiert, kannst Du ja zum nächsten Absatz springen. Also: Weihnachten 2016 hatte ich die Idee unter #KeinerTwittertAllein alle Twitterer die ebenfalls einsam waren unter dem Hashtag zu einen. Das hatte sogar ziemlich gut geklappt. Daraufhin wiederholten wir (Meine Freundin und ich) die Aktion am Jahresende 2017 nochmal. Nur mit dem Unterschied, dass wir Leute vermittelten die ungewollt einsam waren. Das funktionierte so gut, dass wir in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz 645 Menschen zueinander vermitteln konnten und ganz nebenbei noch 3,9 Millionen Menschen erreicht haben.

Von daher sahen wir das Bedürfnis und auch die Sehnsucht, nach einer Institution, die einsame Menschen bei der Wiedereingliederung in Gesellschaft unterstützt. Darum gibt es jetzt den neuen Hashtag #KeinerBleibtAllein (weil #KeinerTwittertAllein die Wortmarke „Twitter“ enthält und wir diese von daher auch nicht verwenden dürften, aber auch weil „Keiner Bleibt Allein“ viel universeller ist und überall verwendet werden kann).

Wie kannst Du uns unterstützen?
Jeder kennt jemanden auf Facebook, dessen Beiträge man zwar zur Kenntnis nimmt, aber auch weiß dass derjenige vermutlich ziemlich alleine und ungewollt isoliert ist. Genau diesen Menschen wollen wir helfen. Und Du kannst diesen Menschen auch helfen indem Du unsere Seite bekannter machst. Egal ob Du jetzt nur auf Facebook oder nur auf Twitter unterwegs bist. Viel hilft viel. Helfe uns, verpasse der Facebookseite ein „Gefällt mir, unterstütze uns, schreibe über uns, rede über uns, blogge über uns, vlogge über uns. Spiegel Online, Stern, Neon, RadioEins Brandenburg haben das auch schon gemacht. Damit niemand alleine bleibt. Für Dich. Für uns. Für alle. Danke. ❤

#KeinerBleibtAllein – Um wen gehts?

Neben der eigentlich Frage, was wir denn so machen und warum wir nicht sofort damit anfangen, bekommen wir auch recht oft unterschiedlichste Fragen zu dem Thema: Um wen geht es überhaupt? Wer soll zukünftig Eure Hilfe in Anspruch nehmen? Wer kann Euch sinnvoll unterstützen und wer kann Euch unterstützen auch wenn er gar keine Zeit für Unterstützung hat? Und wer hat hier rein gar nichts zu suchen? Wer diesen Blog hier kennt weiß, wir machen das wie immer: Eine nach der anderen Frage wird beantwortet. Also wer…

…sucht?
In erster Linie ungewollt einsame Menschen. Allerdings auch in den verschiedenen Situationen des Lebens und den Herausforderungen denen sie gerade gegenüber stehen. Es geht also nicht nur mehr um die bloße Gesellschaftsvermittlung, sondern die Hilfe zur Selbsthilfe durch Dritte. Wir möchten also verschiedenste Aspekte und in der Vergangenheit auf Twitter aufgetauchte Fälle auffangen können. Und zwar sowohl von Facebook, als auch von Twitter eingegangene Fälle. Um die Zielgruppe einzugrenzen: Es geht also um internetaffine Menschen mit Twitter- oder Facebookzugang, die sich in einer Form von psychischer, materieller, finanzieller, sozialer Notlage befinden. Bspw. jemand der alle Freunde aus welchen Gründen auch immer verlor und jetzt einfach komplett neuen Anschluss sucht. Oder denjenigen der jetzt in eine neue Stadt gezogen ist und Hilfe beim Umzug und dem Möbelaufbau braucht, weil er dort niemanden kennt. Es geht in gewisser Weise also um die, die sich nie angekommen fühlten.

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#KeinerBleibtAllein – Quelle: Twitter – @farb_wert

Natürlich gibt es von all diesen Variationen auch Extremfälle die wir nicht alleine lassen möchten, aber auch nicht die nötige Professionalität mitbringen. Von daher brauchen wir ein starkes Partnernetzwerk aus Organisationen, Vereinen und Verbänden, damit wir besser abgestimmt aufeinander, auf bestimmte Situationen reagieren können und jemanden vor Ort zur Verfügung stellen können, der doch noch helfen kann.

 

…bietet?
Jeder der sich dazu berufen bzw. bereit fühlt, anderen Menschen etwas zurückgeben zu wollen. Füreinander da zu sein. Dieses „da sein“, kann das helfen bei einem Umzug oder die Tätigkeit in einer sozialen Einrichtung sein, aber auch einfach das füreinander da sein und Menschen in für sie komplexen Situationen zu helfen. Es geht uns also letztlich nach wie vor um das Bieten von Gesellschaft, nur mit einem zusätzlichen Kontext. Das macht es auch für alle Beteiligten einfacher eine Sache zu tun zu haben und sich dadurch kennenzulernen, anstelle in einer gefühlt gezwungenen Situation voreinander zu sitzen ohne zu wissen über was man reden möchte.

…kann noch helfen?
Prinzipiell jeder mit einem Facebook oder Twitteraccount. Aber wir sind derzeit vor allen Dingen auf der Suche nach Kooperationspartnern, welche lokal (bspw. in Ballungsgebieten) oder bundesweit sich mit uns um die Themen kümmern können, die wir nicht abfangen können. Bspw. eine Tätigkeit anbieten in Form von ehrenamtlicher Arbeit oder psychologische Betreuung. Wir suchen also Vereine, Verbände, Cafés und Initiativen die sich mit sozialen Projekten beschäftigen.

…hat bei #KeinerBleibtAllein nichts zu suchen?
Grundlegend ist eines ein elementares Ziel des Projektes: Menschen verbinden unabhängig von Ethnie, Gesundheit, Geschlecht, Größe, politischer oder religiöser Einstellung. Im Umkehrschluss bedeutet dies, wir werden Diskriminierung egal aus welcher Richtung Sie kommen sollte, nicht tolerieren und vehement gegen eine mögliche Vereinnahmung durch Verschiebung des Kontextes der Aktion vorgehen. Alles was wir letztlich möchten, ist es die Möglichkeit zu geben ungewollt einsamen Menschen nicht mehr alleine zu sein.
Die Ausnahme ergibt sich durch die Zugänglichkeit des Projektes: Das Projekt ist deutschsprachig, von daher wird es nicht ohne weitere zusätzliche Aufwände möglich sein, bspw. jemanden Fremdsprachigen ohne weiteres zu vermitteln. Damit wir aber auch dieses möglicherweise schwer erreichbare Ziel erreichen können, sind wir auf starke Partnerschaften mit dritten Organisationen, Initiativen oder Vereinen angewiesen. Die andere Einschränkung sind die verwendeten sozialen Netzwerke, aktuell werden dies nur Facebook und Twitter sein.

Aus eben all diesen genannten Punkten, sind wir auf Deine Hilfe angewiesen: Erzähle von unserem Projekt, berichte darüber, mache einen Podcast, ein YouTube Video oder teile unseren Facebookaccount Keinerbleibtallein oder den Twitteraccount @IstNichtAllein einfach mit deinen Freunden, Followern und Abonnenten. Wir können es nur schaffen die Einsamkeit aus 2018 zu vertreiben, wenn wir jetzt alle an einem Strang ziehen. Für Euch. Für Uns. Für Alle. Damit niemand allein bleibt. Danke!

#KeinerTwittertAllein – Konzept I

Unter dem Motto #KeinerBleibtAllein gibt es ja viele Aspekte die sich insbesondere unter der Twittercommunity aber zukünftig auch unter Facebook abbilden lassen. Bisher unterteilen wir vom Konzept daher in verschiedenste Aspekte.

Trägereinheit
Als Träger für das gesamte Projekt wird es einen Verein geben. Dieser Verein ist fundamentaler Grundstein der Organisation und des Projektes und daher aus mehreren Gründen wichtig:

  • Sponsoring: Weil es verschiedenste Zuflüsse und Möglichkeiten für die Teilnahme am neuen Projekt geben wird, wird es auch wichtig sein, Spenden möglichst unversteuert und transparent im Rahmen öffentlicher Protokolle darzustellen und vor allen Dingen zuzuteilen. Warum Spenden Teil des Konzepts sind, darauf kommen wir etwas später. Letztlich lassen sich damit aber viele Formen von Hilfen bereitstellen.
  • Öffentlicher „seriöser“ Auftritt der Aktion. Bislang wurde die Aktion ja hauptsächlich über den privaten Account @hipsterfitness auf Twitter geleitet, gesteuert und koordiniert. Dies wird dann nicht mehr der Fall sein. Auf Twitter ist die „Ablöse“ @IstNichtAllein als offizieller #KeinerBleibtAllein-Account, das äquivalent auf Facebook ist diese Seite. Hierüber werden sämtliche Vermittlungs-, Hilfs- und Koordinationsaufgaben übernommen, welche auf die teils noch auszudefinierende Plattform in Form einer Website weiterleiten wird. Hier ist dann auch die offizielle Präsenz des Vereins zu finden.
  • Regionale Verbände geben die Möglichkeit besser zukünftige lokale Events zu organisieren. Dazu aber auch zu einem späteren Zeitpunkt mehr Details.
  • Spendeneinnahmen werden weniger hart besteuert werden, als wenn dies eine Privatperson machen würde.

Vermittlung 2.0
Das bisher aus Spontanität entstandene Vermittlungskonzept des Jahres 2017 wird essentiell erweitert. Es geht dann nicht mehr nur um die Vermittlung von Gesellschaft, sondern auch alle anderen Aspekte in denen bspw. auf Twitter Hilfen notwendig waren. Bspw. wenn jemand Unterstützung bei einem Umzug benötigt oder unverschuldet in eine finanzielle Notlage geriet. In wie fern es welche Angebote geben wird, wird momentan noch in der Umsetzbarkeit abgewogen. Für alle Themen die wir dann aber nicht abdecken können, wird es Kooperationen und Partnerschaften mit entsprechenden Organisationen geben. Wie ich auf Twitter schon vor einiger Zeit mal erwähnte, werden wir bspw. keine psychologische Hilfe leisten. Warum? Wir haben schlichtweg nicht die notwendige Professionalität und werden von daher auf einer Seite auf die Angebote der Kooperationen aufmerksam machen.

Wir versuchen also alle Themen die bisher über #Followerpower oder andere Tweet-Hilfsgesuche durch Twitter gespült wurden, über uns zu ermitteln,  koordinieren und versuchen Hilfe bereitstellen  / organisieren. Denn auch in anderen Situationen ist man durchaus allein oder schlichtweg hilflos weil man eben keine Unterstützung hat. Darum ist es auch weiterhin wichtig, dass viel von dem Projekt erzählt wird. Egal ob auf Facebook, Twitter, Podcasts, Blogs oder eben eigenen Empfehlungen: Teilt uns, liked uns. Der erste Tweet des Accounts @IstNichtAllein erreichte vor kurzem über 175.000 Menschen. An Weihnachten erreichten wir 3,9 Millionen. Machen Sie also weiter so. Damit in Zukunft niemand alleine bleiben muss.

Über(-)Hashtags, Filterblasen und Kontext

Wir haben uns mit #KeinerTwittertAllein und den Folgen für die zukünftigen Entwicklungen des Social Webs sehr viele Gedanken gemacht und sind zu dem Entschluss und der Erkenntnis gelangt, dass #KeinerBleibtAllein durchaus in der Lage wäre, die Mechaniken des Social Webs zu brechen und die Menschen wieder ein Stück näher zueinander zu bringen. Wie kommen wir aber auf diese plakative, hochpopulistische Aussage?

Neue Welt. Alte Regeln.
Das Internet wie wir es kennen, mit den Mechaniken des Web 2.0: Hashtags, Profilen, Likes, Bildern, Videos etc., lässt es nur zu gewisse Dinge aus einem Kontext zu betrachten.  Dies wiederum führt dazu, dass alles was wir sehen nicht dem entspricht was uns gefällt, sondern was unser selbstgewählter Kontext zulässt. Das Resultat des ganzen nennt sich dann Filterblase. Ein eigens gewähltes Gedankengefängnis zusammengestellt aus Likes, Algorithmen der sozialen Netzwerke und dem muten oder gar blocken von Accounts oder Hashtags. Dies hatte zwei Konsequenzen.

Betriebsblindheit
Erstens: Die Bereitschaft sich andere Meinungen anzuhören tendiert gegen nahezu null. Dies ist eine Konsequenz der postmodernen Beliebigkeit, sowohl Apps, Themen aber auch Partner einfach nach Bedarf von jetzt auf nachher auszuwechseln. Die einzige Konstante bleibt das Social Web in dem man haust, welches aber auch von Tag zu Tag, in sich starrer und träger wird. Dadurch ist es nicht mehr möglich ohne ausschließlich positiv oder ausschließlich negatives denken sowohl im physischen Alltag, als auch im digitalen Alltag überhaupt noch einen Dialog mit einem anders Denkenden zu führen. Weil man es jetzt ja gewohnt ist sofort zuzumachen.

Filterblasengesellschaft
Zweitens: Man kommt nur mit größter Anstrengung aus diesem Gefängnis wieder heraus. Denn es wird ja eigentlich alles gezeigt was man gut findet und an sich ist das ja auch ziemlich kuschelig und es gibt im Großen und Ganzen keinen Grund dieses selbstgemachte Internet wieder zu verlassen. Diese Behaglichkeit sorgt für eine Verschiebung der Realität. Auf mehreren Ebenen. Früher las man die Tageszeitung und hat ähnlich wie seine Nachbarn auch ähnliche Inhalte mitgenommen und mitbekommen. Heute ist durch den Individualismus auch eine gewisse Gefährdung des gesamtgesellschaftlichen Kontextes im Raum, weil ja letztlich jeder seine eigene auf seine Bedürfnisse angepasste Tageszeitung liest. Auf der einen Seite liest man von Fakenews, auf der anderen Seite von Kim Kardashians Gesäß und wieder woanders über Umweltproteste vor dem Brandenburger Tor. Was ich damit sagen möchte: Es ist vollkommen okay, sich in einer Welt der Überinformation vor zu viel Information zu flüchten. Es wird aber zu einem Problem, wenn man nur noch den Fluchtreflex zulässt und sich dadurch quasi selbst gewählt isoliert. Resultat: Man wird ungewollt einsam.

Überblendend
Auch #KeinerTwittertAllein wurde letztes Jahr ein Opfer von hinein interpretierten Überkontexten. Der Grund dafür war vielfältig. Zum einen gab es das, ich sage jetzt mal, 2016er Verständnis des Hashtags. Dass sich einfach alle über Weihnachten / Silvester unter diesem Hashtag begegnen wollten. Zum anderen gab es aber auch die mediale Verschiebung: Die Aufmerksamkeit vom Twitteraccount der Tagesthemen und vielen anderen Prominenten Accounts war zwar toll, führte aber letztlich zur Berichterstattung auf Vice, Spiegel Online und Buzzfeed, welche sich wiederum nur auf Heiligabend konzentrierte. Dadurch wussten die Leute letztlich nur noch, es gibt eine Vermittlungsaktion und alle sollen früher oder später bei mir landen, wenn Sie zu Weihnachten oder Silvester alleine sind. Das wars. Der Gedanke, die Begegnungen unter dem Hashtag zu fördern, kam nur von wenigen und wurde vielfältig fehlinterpretiert. Also im ursprünglichen Kontext den der Hashtag vorher hatte. Ähnlich verhielt es sich ja mit #Aufschrei vor einigen Jahren, hier ist die Botschaft auf gesellschaftlichen Sexismus aufmerksam zu machen, teils böswillig, dermaßen verwässert worden, dass es ohne Vorwissen nahezu unmöglich ist das ursprüngliche Standing zu ermitteln.

Leitmotif
Nun ja. Auch dadurch kam die Idee mit dem neuen Hashtag #KeinerBleibtAllein einen Hashtag zu erschaffen, der unabhängig von Vorurteilen und Kontexten ein in sich grundlegendes humanistisches Bedürfnis erfüllt, welches nahezu jeder Mensch nachvollziehen kann. Im deutschsprachigen Raum natürlich. Es geht um Lagen der Hilfslosigkeit in welchen niemand anderes als fremde Menschen helfen können. Um Zeichen der Güte, die Möglichkeit für jemanden da zu sein, wieder spontan für andere aktiv werden zu können. Mensch zu sein.
Dies ist die Basis des neuen Hashtags. Mensch sein, bleiben, wieder werden, können. Durch die Erfüllung dieses Urbedürfnisses nach gemeinsamer Nähe, der Erfüllung des Sozialwesens Mensch, wird es möglich sein können die Menschen wieder näher zueinander zu führen.

Von Vertrauen
Ein großer Schock war für viele ja die Ankündigung Facebook zu den zukünftigen Vermittlungsoptionen hinzuzunehmen, aber eigentlich ist es das beste was passieren kann. Es braucht ja oft nur diesen kleinen Schubs aufeinander zu, dem viele sich viel zu oft verweigern und verschließen. Wir hoffen dieser Schubs sein zu können, der Welten öffnet. Für Euch. Für uns. Für Alle. Damit niemand allein bleiben muss.

#KeinerTwittertAllein – Kritik

Mit einem großen Projekt, kommt natürlich auch eine gewisse Varianz an verschiedenen Stimmen, Gerüchten und Eindrücken zustande. Hier möchten wir die häufigst gestellten Kritikpunkte und Behauptungen mal aufführen und aus unserer Sicht soweit es geht entschlüsseln.

Ihr möchtet die Einsamkeit als unnatürlich darstellen!
Dies ist ein häufig eingeworfener, nachvollziehbarer aber auch sehr schwammiger Einwand.
Zunächst: Die Aktion richtet sich an ungewollt einsame Menschen. Das Stichwort hier ist „ungewollt„. Die Motivation etwas an der Situation ändern zu wollen ist also da, es geht im Grunde nur um die Möglichkeit als Suchender von Gesellschaft recht einfach und unkompliziert neue Kontakte zu knüpfen. Im Grunde geht es nur um diesen „ersten Schritt“ den wir als Träger ermöglichen möchten. Was dann daraus wird, liegt ja ganz im Ermessen der beiden Parteien, also der suchenden und der bietenden Partei. Aber zumindest konnte man dafür sorgen einen Schritt aufeinander zu zu gehen.
Eine der fundamentalen Argumentationsgrundlagen dieser Kritik ist hier, dass die Einsamkeit durch die Vermittlung unterbewusst eine Drucksituation in besonders psychisch labilen Individuen auslösen kann und dadurch Suizidversuche oder selbstverletzende Verhaltensweisen fördern könnten. Wir sind uns der Sensibilität der Situation durchaus bewusst, sehen aber eine Förderung und Reaktivierung der ungewollt einsamen Menschen als sehr wertvoll an. Auch aus teils persönlichen Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen bzw. Lebenssituationen im näheren Umfeld, denken wir dass eine solche Drucksituation eher von medialer Seite durch bspw. Fernsehsendungen oder irgendwelche „10 Dinge die Du mit deinen Freunden unbedingt tun solltest“-Artikel hervorgerufen werden, als durch eine Hilfestellung die wir bieten möchten und jetzt Ende des letzten Jahres auch sehr gut angenommen wurde.

#KeinerTwittertAllein ist nicht mehr das gleiche wie 2016!
Ja. Das stimmt. Und genau deswegen werden wir mit 2018 den neuen Hashtag #KeinerBleibtAllein einführen. Es mag zwar etwas riskant sein, weil viele ja den neuen Hashtag nicht kennen. Aber es ist nützlich. Warum gibt es also den neuen Hashtag?

  • #KeinerTwittertAllein: Soll so wie bisher im Jahr 2016, die Möglichkeit unter den Tweets darstellen können, sich selbst zu veräußern, Hilfe anzubieten, Hilfe anzunehmen oder einfach nur irgendwas völlig lustiges zu twittern um die Stimmung anzuheben. Dieses Jahr hat es leider durch die Medienberichterstattung aber auch durch die Vermittlungsaktion von mir zu einer Kontextverschiebung gekommen. Und zwar assoziierte man den Hashtag jetzt mit einer Vermittlungsaktion und nicht mehr dem einfachen „Ich bin für dich da“ was sich viele auf Twitter wieder wünschten. Auf jenem Grunde gibt es den neuen Hashtag.
  • #KeinerBleibtAllein: Dieser Hashtag wird mit dem neuen Account @IstNichtAllein neu eingeführt. Der gedankliche Hintergrund ist folgender: Bei der realen Vermittlungsaktion (also von Twitter oder Facebook), soll es einen globalen Hashtag geben, der Netzwerkübergreifend agieren kann. Für die verschiedensten Belange. Von daher wird es den neuen Hashtag in folgenden Situationen geben können, durch welche der neue Account aufmerksam gemacht werden kann:
    • Gesuch von Gesellschaft
    • Hilfsgesuche
    • Anbieten von Gesellschaft
    • [Unangekündigtes Feature: ab Februar 2018 einsehbar]
    • [Unangekündigtes Feature: ab März 2018 einsehbar]
    • Einfach so

Wir mögen und mochten die Twitterkultur im Jahr 2016 und insbesondere den Umgang mit dem Hashtag #KeinerTwittertAllein in jenem Jahr, darum fanden wir es auch etwas traurig, dass wir noch nicht die Möglichkeit hatten 2017 alles über einen zentralen Account mit anderem Hashtag zu steuern und es dadurch den Leuten die den Hashtag aus dem Jahr zuvor kannten, natürlich etwas enttäuscht waren. 2018 wird also alles besser. 🙂

Die Aktion zählt einzig und allein der Selbstvermarktung!
In der Tat dies könnte durchaus der Fall sein. Wenn man jetzt mal davon absieht, dass auch ich auf Twitter mal anonym sein wollte. Aber nun ist das eben auch bis zu meinem Arbeitgeber vorgedrungen (der übrigens voll und ganz hinter mir steht). Weil die Aktion medial aber so dermaßen durch die Decke gegangen ist, ist der Teil der Anonymität passé und jene die mich und das Accountfoto von @hipsterfitness kennen, wissen auch wer das ist. Wie gehen wir also damit um? Wir möchten als solches gar nicht im Rampenlicht stehen, weil wir eben „nur“ Menschen, aus der Motivation heraus die soziale Isolation als Seiteneffekt des Social Webs zu bekämpfen und Leute wieder zueinander bringen und vielleicht sogar die Dialoge zwischen vermeintlichen Klassenfeinden wieder zu öffnen. Aber Selbstdarstellung ergibt keinen Sinn. Es geht nur um das Projekt. Momentan bringt uns der Punkt der Selbstvermarktung nichts weiter als Arbeit. Im Hintergrund definieren wir in unserer Freizeit die Konzepte zur Aktion aus, um dann in ein paar Monaten einen stabilen Kern für das Projekt zu erschaffen.

Ihr vermittelt ja überhaupt niemanden, wenn ich euch jetzt anschreibe!
Ja, das stimmt. In der Tat wird derzeit nichts in die Richtung ausgesteuert oder koordiniert. Momentan geht es eher darum die Plattform richtig auszuplanen und zu konzipieren, damit wir bald im Frühjahr 2018 Leute zueinander vermitteln können. Die Pause jetzt ist also notwendig, damit das Projekt besser werden kann.

Bei Euch geht es mit diesem Gesellschaftsding doch nur um Escort!
Nein. Es geht und ging nie um Sex oder um das verkuppeln für einen One Night Stand oder sonst was. Es geht lediglich darum aus der eigenen ungewollten Einsamkeit wieder herauszukommen bzw. neue Leute kennen zu lernen. Für alles mit Sex oder sonst was, gibt es ganz andere Portale. Von daher sehen wir da auch absolut keine Schnittmengen.

Ihr verdient mit dem Projekt einen Arsch voll Geld und wollt die Leute nur ausnehmen!
Momentan und auch in Zukunft, werden wir wohl gar nichts verdienen. Warum? Das Projekt ist und war gemeinnützig. Wenn der Andrang und auch die Annahme einmal groß genug sein sollte, dass wir jemanden als FTE (Vollzeitstelle) anstellen müssen, dann muss natürlich auch ein entsprechender Spendenfluss vorhanden sein, weil wir momentan weder Werbeeinnahmen, noch Spendeneinnahmen, noch Sacheinnahmen haben. Wir zahlen die erste Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit auch drauf, weil ein Teil der Plattform auch über eine Webseite gesteuert werden wird, als offizielle Präsenz. Aktuell sind wir bei rund 200 Arbeitsstunden seit Beginn der Vermittlungsaktion mit dem folgenden Ertrag: 0.
Zudem: Wie soll man denn über einen Hashtag eigentlich Geld verdienen? In der gesamten Geschichte des Social Web gibt es keinen einzigen Präzedenzfall in welchem jemand Geld durch Hashtags verdient hat. Wir empfinden diesen Kritikpunkt darum für haltlos und schlichtweg albern.

Wir hoffen wir konnten mit diesem transparenten Umgang und unserer Sicht auf die uns dargebotene Kritik ein wenig Klarheit und vielleicht auch Berührungsängste mit dem Projekt nehmen. Wenn Ihr uns einen Gefallen tun möchtet: Redet über das Projekt, schreibt darüber, nehmt uns mit in eure Podcasts oder YouTube Videos. Twittert über uns. Folgt @IstNichtAllein auf Twitter oder liked unserer Facebookseite. Damit ab Frühjahr 2018 niemand alleine bleiben muss. Für uns. Für euch. Für alle.